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Magendrehung, Hund, Vermeidung

Komisch: Es ereignen sich immer mehr Magendrehungen, obwohl es immer mehr „gebildete“ Meinungsäußerungen über ihre Vermeidung und Therapie gibt.
Wäre mir glatt egal, wenn ich nicht so viel Mitgefühl mit den betroffenen Hunden hätte und wenn ich nicht wüsste, wie überflüssig diese Erkrankung ist.
Ich traue mir letztendlich eine kompetente Meinung zu, da ich selbst weit über 400 Magendrehungen operiert und bei jeder die Ursachen analysiert habe; ferner kenne ich genau die physiologischen und anatomischen Hintergründe.

Röntgenbild einer Magendrehung

Gefährdet ..

.. sind Hunde größerer Gestalt wie Irish Setter, Briard, Schäferhund, Rottweiler, Irischer Wolfshund, Neufundländer, Dogge, Landseer, Bernhardiner etc.

Die Magendrehung hat eine Fülle von Ursachen;
die Geschichte beginnt oft schon im Jugendalter; fehlerhafte Ernährungsstrategien führen zu ..
.. mangelhafte Ausbildung der aus Muskulatur bestehenden Wände von Magen und Darm
.. geschwächte Schutzfunktion der Darm- Blut- Schranke (es schleichen sich schon in frühester Jugend endogene Säurebildner ins Blut ein)

Blut eines gefährdeten Hundes unter dem Dunkelfeldmikroskop: Radikalenfelder, Blutverklumpungen

.. zu wenig Auslauf und Bewegung der Hunde
.. zu viel Futter, zu häufige Mahlzeiten
.. zu viel Säurebildner in der Nahrung, degenerierte Fette, zu wenig Vitalstoffe, Rohfaser und Struktur   
.. Übersäuerung des gesamten Organismus
.. allgemein zu viel Verwöhnung, Mangel an Abhärtung oder positiven Streßfaktoren
.. zusätzlicher Sauerstoffverlust durch chemische Antioxidantien = EG- Antioxidans der Darmflora
.. Vermehrung der anaeroben Darmflora (Clostridien, E. Coli) und deren Radikalisierung
.. Milzschwellungen
.. zelluläre Degeneration des Aufhänge- Apparates von Magen und Milz
.. Atrophie der Nerven und Blutgefäße im vorderen Bauchraum
.. sekundäre Wirbelgelenkentzündungen LW 1- 2 (Magen- und Milz- Zustimmungspunkt)

die hinabführende Funktion des Magens wird geschwächt; wenn sie sich nicht gerade in die umgekehrte Richtung in Gang setzt (z. B. Nüchternerbrechen, Magenblähung nach dem Fressen……), so erfährt sie doch zumindest eine Stagnation (Blockade).

die Skizze zeigt die Lage von Leber (Le), Magen (Ma) und Milz (Mi). Die drei Organe werden in einer Verspannung mit der Bauchspeicheldrüse (PK) und dem Darm durch zwei Gekröse- Bänderplatten = „omentum“ in ihrer Lage gehalten (großes und kleines Netz).

Unglaublich: Der Komplex aus Magen und Milz inklusiv aller Anhangsgebilde ist im Bauch frei beweglich und wird dort nur – frei und flexibel – durch das Gekröse und die zwei Netze in seiner Lage gehalten.  

Die schädlichen Einflüsse der Fehlernährung ergeben zelluläre Reaktionen und Fettein-lagerungen in dieser Aufhängung (also auch in den Nerven und Blutgefäßen), sämtliche Fixations- und Alarmsysteme werden in Mitleidenschaft gezogen und verlieren ihre Regulationsfähigkeit.

Irgendwann ist der Kanal voll, die degenerierenden Einflüsse haben den Magen in seiner Funktion und Reaktionsbereitschaft so geschwächt, daß er dem ansteigenden Gasdruck nicht mehr wiederstehen, bzw. durch Reaktionen wie Erbrechen effizient reagieren kann. Es bricht die ganze Impulskette zusammen, der Magen wird wie gelähmt;

die wachsende Gasblase zieht die große Kurvatur (Dreh- Punkt ist der Mageneingang) auf der linken Bauchseite nach oben, während die anhängende Milz (die in derlei Situationen enorm anschwillt und sich dadurch erheblich vergrößert und an Gewicht zunimmt) das große Netz am Mitgehen hindert und wie ein Seil zum Abschnüren über den Magen legt.

Falls diese Abklemmung erfolgt ist, gibt es keine Möglichkeit mehr, zurückzudrehen, die Blutgefäße werden ebenso abgeschnürt – die Katastrophe ist da, schnell eilt das Geschehen zum Schock und Beschädigung von den betroffenen Organen, ebenso auch vom Herzen durch die entstehenden Gifte.

Es kamen mindestens 95% der an Magendrehung operierten Hunde spät abends und es fanden sich stets große Mengen gärender Nahrungsmittel- Bestandteile (Käse, überlagerte Kroketten, Linsen, Brot …) im Magen.

der Hund mit einer Magendrehung äußert hochgradige Symptome

Er steht mit aufgetriebenem Leib wie ein Sägebock da- kann sich im fortgeschrittenen Stadium nicht mehr hinlegen; versucht zu erbrechen (es kommt aber nur Schleim), stiert ängstlich mit raschem Puls. Dabei ist die Bauchwand sehr stark gebläht / aufgetrieben.

Fast jeder Laie kann solch eine Erscheinung erkennen, und dann heißt es: Ab die Post!
Vorher noch den Tierarzt benachrichtigen, damit dieser sich schon mal auf eine Operation vorbereiten kann …;

sollten sich die Symptome abends um 22 Uhr einstellen, wäre es frühmorgens schon zu spät, andererseits hat ein frühzeitig operierter Hund gute Chancen, wieder voll hergestellt zu werden.

Operation

Im Rahmen einer Operation wird mit Infusionen der Schock behandelt, der Magen ausgeräumt, geschlossen und eventuell an der Bauchwand festgenäht (je nach Gesamtsitus), ferner wird der gesamte Bauchraum intensiv gespült.

Die Meinung, der Magen müsse immer angenäht werden, vertrete ich nicht. In vielen Fällen ist die Magenwand so dünn und brüchig geworden, ferner sind oft sämtliche Darmschlingen gefährlich aufgegast, dass eine zusätzliche Beschädigung und Behinderung der freien Beweglichkeit in der Summe eher negative Auswirkungen hätte.

Die Meinung, man solle den Magen vorsorglich festnähen, halte ich für blanken Unsinn.

Die Milz sollte, soweit sie nicht abgestorben ist, im Bauch belassen werden, die zu schnelle Entnahme bedeutet eine große Beschädigung des Patienten, ferner hat das Milzgewebe erstaunliche Regenerationsfähigkeiten.

Nach der Operation ist die „Sache“ noch nicht ausgestanden;
mikrobielle Therapeutika sollen dafür sorgen, daß die Darmflora wieder in „Schuß“ kommt.

Es besteht noch ca. drei Tage lang die Gefahr des Kreislaufversagens, da der Herzmuskel durch die entstehenden Gifte beschädigt wird; etliche Maßnahmen zur Herzstärkung sind denkbar, ich persönlich setze Q 10, Aminosäuren, Vitamine und pflanzliche Medikamente ein.

Entgiftung tut not: Neben den Infusionen arbeite ich mit homöopathischen Tiefpotenzen wie z. B. Nux vomica D 6, die mehrfach täglich intravenös gegeben gute Wirkung zeigen.

Antibiotika müssen natürlich gegeben werden, aber doch so kurze Zeiteinheiten wie möglich (Blutkontrolle), der Raum von gesamt 6 Tagen hat sich bisher oft als günstig erwiesen.

Mein Ernährungs- Konzept des operierten Patienten

Allgemein empfehle ich für die Hunde, die an Magendrehung oder Aufgasung des Magen- Darm- Traktes erfolgreich operiert wurden:

Tag 1 (Tag 0 war die Op): Neben den Infusionen 3 x täglich kleine Mengen Fencheltee.

Tag 2: Die Mengen des Fencheltees leicht erhöhen, ca. 6- 10 frische und gesunde Kroketten (2 x
täglich) – Empfehlung: No Glut

Tag 3: Wiederum die Mengen des Fencheltees leicht erhöhen, ca. 10- 15 frische und gesunde Kroketten (2 x täglich)

Tag 4: Beginn der zusätzlichen Darmsanierung; Mengen der Kroketten stetig, aber langsam steigernd erhöhen, Beimischung je ½ Teel. Traubenkernöl (Radikalenfänger), 1 bis 2 Teelöffel darm- dyn (Entsäuerung und Reaktivierung der Darmschleimhaut) + 1 Teel. splen- dyn (Anregung der Verdauung und Stärkung der Magenmuskulatur durch Dynamisierung des Milz- Qi´s);

.. diese Phase dauert insgesamt ca. 2- 3 Wochen; falls dann alle Werte und die Verdauungstätigkeit stabil ist, stelle ich zuerst ca. 2 Wochen lang die Fütterung auf einmal täglich, morgens ein;

falls wiederum alles gut läuft und falls der Magen nicht angenäht wurde, gehe ich daran, die Magenwandmuskultur aufzubauen und zu stärken; dies geschieht durch Beimischung vitaler Presslinge (Empfehlung: Cosmo); alle 5 Tage mische ich 5 % Cosmo dazu, nehme entsprechend 5 % Kroketten weniger. Nach 50 Tagen ca. bin ich auf ½ – ½; auf diesem Verhältnis bleibe ich erst mal einige Wochen; bei jüngeren Hunden (und falls der Magen nicht angenäht wurde) kann ich mir noch ehrgeizigere Ziele setzen und das Verhältnis zugunsten der Presslinge noch höher wählen, bei den anderen fahre ich mit diesem Mix weiter

In Bezug auf folgende, meiner Ansicht nach falsch vertretene Meinungen über die Magendrehung bin ich daher nahezu ..

.. vollständig anderer Meinung:

„unvermeidbar“:

Bei artgemäßer Ernährung und Haltung ist eine Magendrehung relativ effizient zu verhindern. Wer das Magen– Darm– System eines jungen Hundes durch die Ernährung sicher aufbaut und aktiviert und ein intelligentes darmaktives Fütterungsmanagement langfristig gewährleistet, braucht sich um derlei Gefahren weniger als die anderen zu kümmern.

„entsteht durch Bewegung nach dem Essen“

Magendrehung ereignet sich nicht alleine durch einen Fehlerfaktor, sondern durch mehrere unglückselige Verkettungen und entsteht vor allen Dingen nicht durch Bewegung nach dem Essen;
die Fehlerkette beginnt bei der Ernährung des jungen Hundes, geht weiter bei der Fütterungstechnik des erwachsenen Hundes und endet bei dem Fehlglauben, der Hund dürfe sich nach dem Essen nicht bewegen. Möglichst sollen Sie natürlich nicht direkt nach der Mahlzeit einen Waldlauf mit Ihrem Hund hinlegen, dies wäre aber auch die einzige Einschränkung.

„man soll zur Vermeidung bevorzugt abends füttern“

Sie sollen auf keinen Fall abends füttern; am meisten vorbereitet auf Magenfüllung und Verdauung vom Hormonstatus her ist der Hund erstens in Anwesenheit von Hunger und zweitens morgens um 07.00- 09.00 Uhr, das heißt zumindest, die Mahlzeit soll morgens, spätestens mittags verabreicht werden, nachmittags oder abends nur noch luftgetrocknete Kauartikel (weil hierfür durch den Kauvorgang genug vorverdauender Speichel gebildet wird).

Die beste Vorsorge in Bezug auf diese (eigentlich überflüssige) Erkrankung ist also:

Viel Bewegung, 5e- Fütterungsmanagement, keine raschen Futterwechsel, keine Billig- Marken, kein Flockenfutter oder Dose; keine gärende, avitale Nahrung ….

Note: Rasche Operation ist viel – Vorsorge ist alles

„ich dacht, das sei genetisch …..“

Unbefriedigend ist übrigens auch die Lösung, die Züchter der Hunde für solche Vorkommnisse verantwortlich zu machen. Meine Erfahrung ist, dass durch Züchtung lediglich ein Zustand erhöhter Erfordernisse entstehen kann; keinem einzigen Hund kann die Magendrehung mit 4 Jahren ins genetische Stammbuch geschrieben sein, da muss sich der Besitzer schon selbst an die Nase fassen …

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